
Mit diesem Gewerbesteuer-Rechner siehst du in zehn Sekunden, was dich die Gewerbesteuer wirklich kostet – nicht nur, was du an die Gemeinde überweist. Für die meisten Einzelunternehmer ist das deutlich weniger als befürchtet, weil ein großer Teil über die Einkommensteuer zurückkommt. Wie viel genau, hängt an einer einzigen Zahl: dem Hebesatz deiner Gemeinde.
Gib deinen Gewinn ein, wähl deine Stadt und sieh den kompletten Rechenweg:
Deine Zahlen
Rechenweg
| Gewinn | 60.000,00 € |
| abgerundet auf volle 100 € | 60.000,00 € |
| – Freibetrag | –24.500,00 € |
| × Messzahl 3,5 %Messbetrag | 1.242,50 € |
| × Hebesatz 490 %an die Gemeinde | 6.088,25 € |
| – Anrechnung auf Einkommensteuer | –4.970,00 € |
Was dich die Gewerbesteuer wirklich kostet
1.118,25 €
1,9 % vom Gewinn – der Rest wird angerechnet.
Wer muss Gewerbesteuer zahlen?
Gewerbesteuer zahlt jeder, der ein Gewerbe betreibt: Onlineshops, Händler, Handwerker, Agenturen, Dienstleister ohne freien Beruf. Ob du ein Gewerbe anmelden musst, klärst du einmal beim Start – danach gilt:
- Einzelunternehmer und Personengesellschaften (GbR, OHG, KG) zahlen erst, wenn der Gewerbeertrag über 24.500 € im Jahr liegt[1].
- Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) haben keinen Freibetrag und zahlen ab dem ersten Euro Gewinn.
- Freiberufler zahlen gar keine Gewerbesteuer.
Gewerbesteuer berechnen: Schritt für Schritt
Die Rechnung hat vier Schritte. Der Gewerbesteuer-Rechner oben macht genau das – hier einmal von Hand mit 60.000 € Gewinn in München:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Freibetrag abziehen | 60.000 € − 24.500 € | 35.500 € |
| Messbetrag | 35.500 € × 3,5 % | 1.242,50 € |
| Gewerbesteuer | 1.242,50 € × 490 % | 6.088,25 € |
| Anrechnung | 4 × 1.242,50 € | − 4.970,00 € |
Bleiben 1.118,25 € im Jahr, die dich die Gewerbesteuer wirklich kostet. Überweisen musst du trotzdem die vollen 6.088,25 € – die 4.970 € bekommst du erst mit dem Einkommensteuerbescheid zurück.
Der Freibetrag von 24.500 € gilt für Einzelunternehmer und Personengesellschaften, die Steuermesszahl ist bundesweit einheitlich 3,5 %[1]. Den Gewinn rundet das Finanzamt vorher auf volle 100 € ab. Ausgangspunkt ist dein Gewinn aus der Einnahmenüberschussrechnung oder Bilanz – also Einnahmen minus Betriebsausgaben, nicht dein Umsatz.
Gewerbesteuer-Rechner: Beispiele für typische Gewinne
Damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst: Die Tabelle zeigt, was nach der Anrechnung wirklich bleibt – für ein Einzelunternehmen in Berlin (410 %) und München (490 %) und zum Vergleich für eine GmbH in München.
| Gewinn im Jahr | Einzel, Berlin | Einzel, München | GmbH, München |
|---|---|---|---|
| 30.000 € | 19,25 € | 173,25 € | 5.145,00 € |
| 50.000 € | 89,25 € | 803,25 € | 8.575,00 € |
| 80.000 € | 194,25 € | 1.748,25 € | 13.720,00 € |
| 150.000 € | 439,25 € | 3.953,25 € | 25.725,00 € |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Für Einzelunternehmer bleibt die echte Belastung selbst bei 150.000 € Gewinn unter 3 % – solange die Einkommensteuer für die volle Anrechnung reicht. Zweitens: Bei der GmbH ist die Gewerbesteuer ein fester Kostenblock von gut 17 % des Gewinns in München. Wer über eine Gründung als GmbH nachdenkt, sollte genau diese Spalte im Kopf haben.
So holst du das Meiste aus dem Gewerbesteuer-Rechner oben heraus:
- Gewinn eintragen, nicht Umsatz – im ersten Jahr reicht eine ehrliche Schätzung.
- Gemeinde wählen oder unter „Andere“ den Hebesatz deiner Stadt eintragen. Du findest ihn auf der Website der Gemeinde unter „Hebesätze“ oder „Realsteuern“.
- Rechtsform umschalten, um Einzelunternehmen und GmbH direkt zu vergleichen.
- Bei Krediten, Ladenmiete oder Leasing über 200.000 € im Jahr die Hinzurechnungen öffnen.
Warum 400 % die magische Grenze sind
Seit 2020 darfst du das Vierfache des Messbetrags von deiner Einkommensteuer abziehen – aber nie mehr, als du tatsächlich an Gewerbesteuer zahlst[2]. Daraus folgt eine einfache Regel:
- Hebesatz bis 400 %: Du bekommst die Gewerbesteuer komplett zurück. Sie kostet dich nur Liquidität, weil du sie vorstreckst.
- Hebesatz über 400 %: Alles über 400 % bleibt als echte Kosten hängen. Bei 490 % sind das 90 Prozentpunkte vom Messbetrag.
Zieh den Regler und schau, wo die Linien auseinandergehen:
Der Knick bei 400 %
Einzelunternehmer, volle Anrechnung. Fahr mit Maus oder Finger über das Diagramm.
Die grüne Fläche ist das Geld, das du über die Einkommensteuer zurückholst. Die rote Linie ist, was übrig bleibt. Je höher dein Gewinn, desto steiler wird sie – das Verhältnis bleibt aber gleich: Über 400 % kostet jeder Prozentpunkt Hebesatz dich 1 % deines Messbetrags.
Gleicher Gewinn, andere Stadt
Jede Gemeinde legt ihren Hebesatz selbst fest, mindestens 200 %[4]. Der Bundesdurchschnitt lag 2025 bei 438 %[5]. Bei 100.000 € Gewinn zahlt ein Einzelunternehmer in Leverkusen nach der Anrechnung nichts, in Berlin 264,25 € und in München 2.378,25 €.

Gleicher Gewinn, andere Stadt
- Leverkusen 250 %0,00 € von 6.606,25 €
- Berlin 410 %264,25 € von 10.834,25 €
- Stuttgart 420 %528,50 € von 11.098,50 €
- Düsseldorf 440 %1.057,00 € von 11.627,00 €
- Frankfurt am Main 460 %1.585,50 € von 12.155,50 €
- Leipzig 460 %1.585,50 € von 12.155,50 €
- Hamburg 470 %1.849,75 € von 12.419,75 €
- Köln 475 %1.981,88 € von 12.551,88 €
- München 490 %2.378,25 € von 12.948,25 €
In München kostet dich derselbe Gewinn 2.378,25 € mehr im Jahr als in Leverkusen.
Für eine GmbH oder UG sieht es anders aus: kein Freibetrag, keine Anrechnung. Sie zahlt in München auf 100.000 € Gewinn 17.150 € Gewerbesteuer – voll als Kosten. Das gehört in jede Rechnung, ob sich eine GmbH für dich lohnt.
So findest du den Hebesatz deiner Gemeinde
Der Hebesatz steht in der Haushalts- oder Hebesatzsatzung deiner Gemeinde. Am schnellsten findest du ihn auf der Website der Stadt unter Stichworten wie „Hebesätze“, „Realsteuern“ oder „Gewerbesteuer“. Einen Überblick über alle Gemeinden ab 20.000 Einwohnern veröffentlicht die DIHK jedes Jahr[5]. Achte auf das Jahr: Viele Städte passen ihren Hebesatz zum 1. Januar an, manche sogar rückwirkend. Maßgeblich ist immer der Satz für das Jahr, in dem du den Gewinn machst.
Hast du Betriebsstätten in mehreren Gemeinden – etwa ein Büro in Köln und ein Lager in Leverkusen –, wird der Messbetrag aufgeteilt, in der Regel nach den Arbeitslöhnen an jedem Standort. Jede Gemeinde wendet dann ihren eigenen Hebesatz auf ihren Anteil an. Für einen solchen Fall rechnest du am besten pro Standort einmal mit dem Rechner und addierst die Ergebnisse.
Lohnt es sich, wegen der Gewerbesteuer umzuziehen? Für Einzelunternehmer selten: Zwischen Berlin und München liegen bei 100.000 € Gewinn rund 2.100 € im Jahr. Entscheidend ist, wo dein Betrieb tatsächlich sitzt – ein reiner Briefkasten in einer günstigen Gemeinde reicht dem Finanzamt nicht.
Wenn du Kredite oder große Mieten hast
Für die Gewerbesteuer zählt nicht nur der Gewinn. Ein Teil von Zinsen, Mieten und Lizenzgebühren wird wieder hinzugerechnet[3]:
| Ausgabe | zählt zu |
|---|---|
| Zinsen für Kredite | 100 % |
| Miete Büro, Laden, Lager | 50 % |
| Leasing Auto, Maschinen | 20 % |
| Lizenzgebühren | 25 % |
Von der Summe sind 200.000 € frei, vom Rest wird ein Viertel zum Gewinn addiert. Für die meisten Gründer spielt das keine Rolle – wer aber einen Laden mit 15.000 € Monatsmiete hat, sollte es im Rechner einmal durchspielen. Bei 180.000 € Jahresmiete zählen 90.000 € mit; erst zusammen mit Zinsen oder Leasing wird die Grenze überschritten.
Gewerbesteuererklärung und Fristen
Eine Gewerbesteuererklärung musst du als Einzelunternehmer erst abgeben, wenn dein Gewerbeertrag im Jahr über 24.500 € liegt. Kapitalgesellschaften müssen sie immer abgeben[7]. Die Erklärung geht elektronisch über ELSTER ans Finanzamt, das daraus den Messbetrag festsetzt. Den eigentlichen Gewerbesteuerbescheid schickt dann die Gemeinde.
Nach dem ersten Bescheid setzt die Gemeinde Vorauszahlungen fest: jeweils ein Viertel der letzten Jahressteuer, fällig am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November[8]. Beträge unter 50 € pro Termin werden gar nicht erst festgesetzt.
Läuft das Geschäft schlechter als gedacht, kannst du eine Herabsetzung der Vorauszahlungen beantragen. Die Gemeinde kann sie bis 15 Monate nach Jahresende an die voraussichtliche Steuer anpassen[8].
Ist die Gewerbesteuer absetzbar?
Nein. Die Gewerbesteuer ist seit 2008 keine Betriebsausgabe mehr[9]. Sie mindert also weder deinen Gewinn noch die Einkommensteuer – entlastet wirst du nur über die Anrechnung oben. Steuerberatungskosten für die Gewerbesteuererklärung sind dagegen normale Betriebsausgaben.
Typische Fehler beim Gewerbesteuer berechnen
- Umsatz statt Gewinn einsetzen. Die Gewerbesteuer richtet sich nach dem Gewinn. Wer 120.000 € Umsatz und 70.000 € Kosten hat, rechnet mit 50.000 €.
- Die Anrechnung vergessen. Viele Online-Rechner zeigen nur die Zahlung an die Gemeinde. Für deine Planung zählt, was nach der Einkommensteuer übrig bleibt.
- Den Hebesatz raten. Er steht in der Hebesatzsatzung deiner Gemeinde und ändert sich mitunter von einem Jahr aufs nächste.
- Bei der GmbH den Freibetrag abziehen. Den gibt es nur für natürliche Personen und Personengesellschaften.
Ob die Kleinunternehmerregelung für dich bei der Umsatzsteuer lohnt, rechnet der Kleinunternehmer-Rechner durch. Mehr zu Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Rücklagen findest du in den Steuer-Grundlagen, weitere Rechner für Preise, Gewinn und Startkapital in der Rechner-Übersicht.
Häufige Fragen
Ab wann muss ich Gewerbesteuer zahlen?
Als Einzelunternehmer oder Personengesellschaft erst, wenn dein Gewerbeertrag über dem Freibetrag von 24.500 € im Jahr liegt. Eine GmbH oder UG zahlt ab dem ersten Euro Gewinn.
Wie berechne ich die Gewerbesteuer?
Gewinn auf volle 100 € abrunden, 24.500 € Freibetrag abziehen, mit 3,5 % multiplizieren (Messbetrag) und mit dem Hebesatz der Gemeinde malnehmen. Einzelunternehmer ziehen danach das Vierfache des Messbetrags von der Einkommensteuer ab.
Ist die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe absetzbar?
Nein. Seit 2008 ist die Gewerbesteuer keine Betriebsausgabe mehr (§ 4 Abs. 5b EStG). Einzelunternehmer werden stattdessen über die Anrechnung auf die Einkommensteuer entlastet.
Müssen Freiberufler Gewerbesteuer zahlen?
Nein. Freiberufler wie Ärzte, Journalisten oder freiberufliche Designer haben kein Gewerbe und zahlen deshalb keine Gewerbesteuer. Ob deine Tätigkeit freiberuflich ist, entscheidet das Finanzamt.
Wann muss ich eine Gewerbesteuererklärung abgeben?
Einzelunternehmer und Personengesellschaften, wenn der Gewerbeertrag im Jahr 24.500 € übersteigt. Kapitalgesellschaften müssen die Erklärung immer abgeben, auch ohne Gewinn.
Wann ist die Gewerbesteuer fällig?
Nach dem ersten Bescheid zahlst du vierteljährlich vor: am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November, jeweils ein Viertel der letzten Jahressteuer. Unter 50 € pro Termin wird nichts festgesetzt.
Quellen
- § 11 GewStG – Steuermesszahl und Freibetrag (gesetze-im-internet.de)
- § 35 EStG – Steuerermäßigung bei Einkünften aus Gewerbebetrieb (gesetze-im-internet.de)
- § 8 GewStG – Hinzurechnungen (gesetze-im-internet.de)
- § 16 GewStG – Hebesatz (gesetze-im-internet.de)
- DIHK – Gewerbesteuer-Hebesätze
- § 18 EStG – Einkünfte aus selbständiger Arbeit (gesetze-im-internet.de)
- § 25 GewStDV – Gewerbesteuererklärung (gesetze-im-internet.de)
- § 19 GewStG – Vorauszahlungen (gesetze-im-internet.de)
- § 4 EStG – Gewinnbegriff, Abs. 5b (gesetze-im-internet.de)
Stand 17.10.2026. Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Rechner rechnen vereinfacht – für deine Steuererklärung zählt der Bescheid.